#101 | Schütze sich wer kann

Seit einigen Tagen häufen sich die Meldungen von schrecklichen Zusammenstößen auf Österreichs Pisten. Vor allem der Unfall des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus, bei welchem eine Skifahrerin tödlich verletzt wurde, tritt eine längst fällige Diskussion los.

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller spricht nun von der Möglichkeit einer gesetzlichen Helmtragepflicht für Kinder bis 14 Jahren. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass ein Großteil der Kinder schon jetzt meist mit einem Helm geschützt ist. Viel mehr sollte es ein allgemeines Gesetz für alle Skifahrer geben. Denn wie so oft gehen die Erwachsenen nicht als gutes Beispiel voran.

Ich selbst habe noch keinen Helm, aber für die Semesterferien werde ich mir schließlich auch einen kaufen. Denn was sind schon ein paar Euros, wenn es um die eigene Sicherheit geht?

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#100 | More than words …

Wann habt Ihr das letzte Mal einen Brief geschrieben – mit der Hand? Oder eine Postkarte bekommen? Und was ist aus den geheimen Tagebüchern geworden, in denen man seine persönlichen Sorgen und Freuden niederschreibt?SMS und Email haben die Art und Weise unserer Korrespondenz in den letzten Jahren stark beeinflusst.

Wie geht es Euch damit? Schreibt Ihr noch Briefe oder gilt das in Eurem Freundeskreis als altmodisch? Und wie bewertet Ihr das langsame Aussterben von Briefpapier und Tagebüchern? 

Eine der größten Herausforderungen ist es für mich, meine Worte handschriftlich zu verewigen. Wenn ich so mit Füller vor dem Notizblock sitze, brauche ich oft Dutzende Minuten, um die ersten Worte zu Papier zu bringen. Im Internet läuft all das viel einfacher ab. Die Löschen-Taste ist eben doch immer zum Greifen nah.

Aber auf keinen Fall würde ich auf dieses tolle Gefühl verzichten wollen. Wenn der Brief endlich vollendet, oder der Text ein passendes Ende gefunden hat. Diese Art der Schreibens ist mit nichts vergleichbar. Diese Worte sind – zumindest bei mir – um einiges persönlicher als jede Nachricht übers Internet.

Und auch das Tagebuch hat bei mir noch Hochsaison. Es ist doch einzigartig, wenn man Jahre danach noch einmal all diese Erlebnisse Revue passieren lassen kann, und einem ob der eigenen Kindlichkeit ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert wird. 

[Eintrag auf salzburg.com]

#99 | … und ein frohes neues Jahr

Der Jahreswechsel naht. Wie jedes Jahr blühen die Voraussagen der Astrologen und Sterndeuter. Aber auch die persönlichen Erwartungen jedes Einzelnen sind hoch. Was denkt ihr über die persönlichen Vorsätze für das neue Jahr und deren tatsächliche Umsetzung?

Mit mächtigen Schritten naht das Ende dieses ereignisreichen und aufregenden Jahres. Und wie jedes Jahr taucht am Ende die Frage nach neuen Vorsätzen auf. Letztes Jahr wählte ich meinen Vorsatz ganz einfach: 2008 soll besser werden, als es 2007 war. Und das ist mir auch gelungen.

Für 2009 plane ich viel mehr. Ich möchte mir einen Job bei irgendeiner Zeitung neben dem Studium besorgen, werde, wenn möglich, ab September von der Universität auf eine Fachhochschule wechseln und der Sommer … ja, der soll einer der Sommer meines Lebens werden. Und nebenbei laufen bei mir auch noch sie viele andere Projekte, so dass ich 2009 wahrscheinlich vollkommen verplant bin. Aber irgendwie benötige ich auch diesen Überfluss an Projekten und Vorsätzen. Erst dadurch gelingt es mir, nach den Sternen zu greifen.

Ich wünsche auch allen Leserinnen und Lesern der Salzburger Nachrichten und allen Schreiberlingen von MeinJung einen guten Rutsch ins neue, und wahrscheinlich ebenso wundervolle Jahr 2009!

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#98 | Als Weihnachten anders wurde …

Das Weihnachtsfest steht nun vor der Tür. Was bedeutet Euch dieses Fest und wie verbringt Ihr es? Hat sich in den letzten Jahren etwas in Eurer Haltung gegenüber Weihnachten geändert?

Schon in einem früheren Eintrag hier auf MeinJung habe ich meine Meinung zu Weihnachten kundgetan. Und selbst jetzt, so kurz vor dem großen Fest, bin ich eigentlich kaum aus der Ruhe zu bringen. Ich meide große Menschenaufläufe, gehe zu relativ angenehmen Zeiten shoppen und lasse mir natürlich Zeit. 

Weihnachten ist für mich das Fest der Familie und der Freunde. Um Geschenke geht es mir – und das möchte ich noch einmal betonen – nicht. Es ist das Zusammensein, das gemeinsame Abendessen vor der Bescherung (die besten Bratwürstel des Jahres), die Gespräche. Und manchmal auch die Zeit der Besinnung, wenn der Christbaum beleuchtet ist und die Päckchen darunter eine lange Auspackzeit versprechen.

Meine Lossagung von der Materialisierung des Weihnachtsfestes fand erst zum letzten Weihnachtsfest statt. Ein unglaublicher Schicksalsschlag nur wenige Monate vor dem Fest hat mich fallen lassen, in ein tiefes Loch. Mein Neffe starb plötzlich und vollkommen unerwartet, im zarten Alter von eineinhalb Jahren, an einer seltenen bakteriellen Infektion. Aber durch diesen Tod wurde mir seit langem wieder einmal bewusst, was ich an meiner Familie und meinen Freunden habe. Sie sind meine Fixpunkte, die wichtigsten Menschen meines Lebens. 

Nach diesem Schicksalsschlag ist natürlich alles anders. Und deshalb feiert man Feste auch aus anderen Gründen. Und deswegen freue ich mich auch auf dieses Weihnachtsfest, auf diesen Heiligen Abend. Auf die Erinnerung und die Liebe, die trotz aller Querelen des vergangenen Jahres, immer noch so unendlich groß ist. Klingt kitschig, ist aber so.

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#97 | ORFs next Misserfolg

Die aktuelle Staffel von Starmania beschert dem ORF keine erfreulichen Quoten: Der Marktanteil kann nicht mehr gehalten werden, klägliche 355.000 Zuseher sind keine Zahl, auf die man stolz sein kann.

Worauf ist dieser Flop Eurer Meinung nach zurückzuführen? Sind die Sänger schlecht, nervt die Moderatorin, sind die Äußerungen des Jurors nicht zutreffend oder kann es schlicht und ergreifend einfach niemand mehr sehen?  

Es is doch einfach zu traurig: Scheinbar alles, was ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz angreift, wird zu einem Flop. Nach Mitten im Achten und dem Extrazimmer eben auch die Suche nach dem nächsten Popsternchen auf österreichischem Boden: Starmania IV (- Das Beste kommt erst) ist ein schrecklicher Misserfolg.

Entweder die Zukunftsvision á la „Free Rainer“ (ein toller Film mit Moritz Bleibtreu) wird wahr, und die Menschen wollen wieder interessante und anregende Fernsehunterhaltung, oder man glaubt einfach nicht mehr daran, dass man Erfolg casten kann. Von den drei bisherigen Staffeln hat es keiner der Gewinner geschafft, sich zu halten. Einzig und allein Christina Stürmer und Vera Böhnisch (beide Staffel 1) hört man jetzt noch im Ö3.

Für mich wäre mal eine Sendung interessant, in denen sich junge Musiker ohne aufgezwungenen Glamour präsentieren können: mit selbstgeschriebenen Songs und eigener Musikunterstützung. Das wär’ wenigstens mal wieder gepflegte Unterhaltung im ORF.

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#96 | Das Spiel mit den Planeten

Die Vorweihnachtszeit ist neben der Zeit der Adventssingen und Weihnachtsbäckerei auch eine Zeit der Esoterik und Spiritualität. Oft werden die Erkenntnisse dieser Lehren „konsumentenfreundlich“ verpackt und in Form von Horoskopen und Mondkalendern unters Volk gebracht.

Glaubt Ihr an Horoskope, Wahrsager-Prophezeiungen und dergelichen?
Inwiefern bezieht Ihr diese Dinge in Euren Alltag ein? 

Der Mensch ist ein Phänomen. Er beschäftigt sich mit Dingen, die für ihn eigentlich vollkommen unmöglich zu verstehen sind. So wie die Börse zum Beispiel, dem Wahlverhalten durchschnittlicher Jugendlicher in Österreich oder eben auch Horoskope.  

Nein, ich bezweifle, dass man diesen Horoskopen vollkommenen und bedingungslosen Glauben schenken darf. Genau das wäre schrecklich. Aber selbst ich habe mich schon manchmal dabei erwischt, als ich nach einem Tag noch einmal im Horoskop nachblickte, weil sich eben doch Parallelen zeigten. Aber es ist auch nicht schwer, denn allgemeiner geht es wohl kaum. Entweder man muss auf die Finanzen Acht geben, wird vor eine Entscheidung gestellt oder die Liebe funktioniert gerade vollkommen. Was auch immer.

Horoskope sind so etwas wie Big Brother 9 oder Starmania 4. Niemand braucht es, aber jeder lugt eben doch dann und wann hinein.

[Eintrag auf salzburg.com]

#95 | Der Reiz des Verbotenen

Eine Schule in Oberösterreich machte in den vergangenen Tagen dadurch Schlagzeilen, dass auf dem Schulgelände ein Kußverbot verhängt werden sollte.

Was sagt Ihr dazu? Findet Ihr eine solche Vorschrift gerechtfertigt oder sollte man überall in der Öffentlichkeit ungehemmt Zärtlichkeiten austauschen können?

Wieder einmal hat es eine Schule aus Oberösterreich geschafft, eine nationale Aufregung zu erzeugen. Nach der Kleidungsettikette an der Ohlsdorfer Hauptschule, verbot nun ein Direktor in Gunskirchen das Küssen auf den Mund. Jetzt sagt man vielleicht, dass der Direktor ein prüder, alter Mann sei. Woran es aber wirklich scheiterte, ist die aktuelle Schuldemokratie.

Im Schulforum, einer Versammlung aller Klassenvorstände und eines Elternvertreters pro Klasse, wurde über das Kussverbot abgestimmt und einstimmig beschlossen. Ich frage mich nur, warum die Schüler selbst kein Stimmrecht in diesem „Forum“ haben.

Ob das Küssen nun verboten werden sollte? Nein. Verbote im Allgemeinen sind nicht hilfreich und natürlich ein weiterer Ansporn für die Pubertierenden. Was wirklich interessant wäre, wäre eine niveauvolle öffentliche Diskussion. Das fehlte mir bisher.

[Eintrag auf salzburg.com]

#94 | Die erste Lawine

Am kommenden Wochenende soll es in Teilen Österreichs erstmals bis in die Niederungen schneien. Der Winter steht also praktisch vor der Tür und die Skizentren starten ihre Werbekampagnen. Doch wie seht ihr das, praktiziert ihr Wintersport oder ist Skifahren und Snowboarden für junge Leute zu teuer geworden?

Und schon wieder kommt eine Lawine herunter. Es ist dieselbe wie jedes Jahr. Kurz bevor die ersten Flocken den Boden säumen, beginnen die Medien (und daraus resultierend das medienabhängige Volk) über die überhöhten Preise für den Wintersport zu jammern.

Doch ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte, dass das alles doch nur wieder irgendwie aufgebauscht ist. Schon
klar, Kitzbühel kann ich mir nicht einmal in meinen Gedanken leisten, doch es gibt in Österreich so viele (schöne) Skigebiete, die zu einem recht angenehmen Preis wahrscheinlich dasselbe bieten, wie z.B. die Skiwelt Amadé.

Mich stört sowieso die unverständliche Hektik des Skifahrens. Für mich gibt es nichts Schöneres, als nachts mit Freunden auf einen Berg zu gehen, um dann mit dem Schlitten Vollgas hinunterzuschlittern. Und wem Skifahren zu teuer und Schlittenfahren zu gefährlich ist, dem empfehle ich, mal wieder Eiszulaufen. Denn das werde auch ich dieses Jahr wieder einmal tun.

[Eintrag auf salzburg.com]

#93 | In jenen Tagen …

Wir haben noch nicht einmal Mitte November, doch Weihnachten scheint bereits vor der Tür zu stehen. Zumindest hat man dieses Gefühl, wenn man durch die Geschäfte und Einkaufstempel schlendert. Egal ob Nikolo, Weihnachtsspecial oder Christbaumkugel-Verkauf – das Weihnachtsgeschäft beflügelt die Verkäufer immer früher damit zu beginnen. 
Was denkt ihr darüber? Freut ihr Euch über den frühen Start der Adventmärkte oder findet ihr das alles verfrüht? Bin gespannt auf Eure Meinung!!

Auf den Straßen hängen schon die Weihnachtsbeleuchtungen, der Christkindlmarkt wird nach und nach aufgebaut und im Supermarkt meines Vertrauens steht der Nikolo dicht gedrängt neben dem Krampus. Wen störts? Mich eigentlich nicht. Denn erst wenn der erste Schnee gefallen ist, und mir selbst die hundertste Wiederholung von „Last Christmas“ immer noch wunderbar wohlige Glücksgefühle verschafft, freue auch ich mich auf das große Fest. 

Es ist doch einfach nur wundervoll, mit den Menschen, die man liebt, bei Tee und leckeren Keksen (ich bevorzuge liebevoll gemachte Zimtsterne) zusammenzusitzen und zu plaudern. Dass die Geburt Jesu vor mehr als zweitausend Jahren auf dasselbe Datum fällt, ist für mich schon eher zur Nebensache geworden … und das stört mich eigentlich gar nicht. Es ist die Gemeinschaft, die aus Weihnachten das Fest der Liebe werden lässt. Die Familie, die Freunde. Was wünscht man sich den bitteschön mehr?

#92 | Die Welle

Seit heute um fünf Uhr Früh ist es fix: Barack Obama wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. 
Der 47-jährige Demokrat hat sich gegen den Republikaner John McCain durchgesetzt und damit Geschichte geschrieben: Erstmals in der Geschichte der USA zieht ein Schwarzer ins Weiße Haus ein.

Was  bedeutet dieser Sieg von Barack Obama für Amerika und für die Welt? Wird er es Eurer Meinung nach schaffen, all seine Versprechen zu halten – bzw. was wird sich nun ändern?

Barack Obama ist nun also Präsident. Ein schönes Gefühl irgendwie. Kein anderer Politiker, egal welcher Partei und egal welchen Landes hat mich jemals mit seinen Reden von „Hope“ und „Change“ so berührt. Ob nun am Demokratischen Parteitag 2004 oder in all seinen nachfolgenden Reden während seines Aufstieges.
Für mich geht die Wahl Obamas nicht wegen seiner Hautfarbe in die Geschichte ein. Diese Wahl ist für mich historisch, da Obama mit seinen Reden von Veränderung, vom Wandel eine unglaubliche und atemberaubende Welle los trat, dessen Resultat wir in der Nacht auf den 5. November vorgelegt bekamen. 
Und eines muss man schon sagen: Leicht hat es der neue amerikanische Präsident wahrlich nicht. Jetzt werden kluge Entscheidungen erwartet … ob nun zum Thema Irak und Afghanistan, der Finanzkrise oder seiner angekündigten (und schon seit langem nötigen) Gesundheitsreform. Möge die Macht mit ihm sein.

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